Ich bin Waiana, 1989 in Liechtenstein geboren und aufgewachsen. Meine Mutter ist in Westafrika aufgewachsen, mein Vater in Süddeutschland. Seit ich klein bin, stelle ich viele Fragen und möchte das Warum verstehen. Lange habe ich im Projektbusiness gearbeitet und mich viel mit Abläufen, Strukturen und Effizienz beschäftigt. Meine Art, Fragen zu stellen, hat es mir ermöglicht, Anforderungen, Bedürfnisse und Ziele für Teams, Bereiche und Sektoren möglichst genau herauszuarbeiten und Menschen dadurch auf dem Weg der Veränderung mitzunehmen. Damit war ich sehr erfolgreich.

Meine persönlichen Fragen dazu, warum Gesellschaften so funktionieren, wie sie funktionieren, warum Menschen aufgrund ihres Geschlechts oder ihrer Geschlechtsidentität unterschiedlich behandelt werden, warum Menschen mit Beeinträchtigungen zu vielen Berufen keinen Zugang haben, warum Menschen aufgrund ihrer Herkunft, Hautfarbe oder zugeschriebenen Zugehörigkeit unterschiedlich behandelt werden oder warum nicht alle in einer Gesellschaft alle Räume betreten können und viele weitere Fragen, konnte ich für mich in diesem Beruf als Projektmanagerin nicht beantworten. Also wollte ich diesen Fragen gezielter nachgehen. Seit 2025 studiere ich Soziale Arbeit. Das Studium beantwortet mir viele Fragen und stellt mir gleichzeitig neue. Vor allem habe ich durch das Studium neue Werkzeuge für meinen Methodenkoffer gewonnen, mit denen ich Fragen gezielter bearbeiten, Informationen besser recherchieren und Zusammenhänge verstehen kann.

Viele andere Menschen und ich erfahren Diskriminierung, Ausgrenzung und Andersbehandlung. Das geschieht im Arbeitsumfeld, in öffentlichen Verkehrsmitteln, Einkaufsläden, Bibliotheken und an anderen Orten. Aus eigener Betroffenheit habe ich mich auf die Suche nach einem Raum gemacht, in dem Vorfälle, Geschichten und Erfahrungen auf niederschwellige Weise geteilt, besprochen und bei Bedarf begleitet werden können. Ein Raum, in dem Wissen, Informationen zu Unterstützungsmöglichkeiten und Lösungsansätze gebündelt und verständlich zugänglich gemacht werden. So einen Raum habe ich für mich bisher nicht gefunden. Und so gestalte ich diesen nun selbst!

Mit Raum meine ich keinen festen Ort, sondern verwende den Begriff im Sinne des dynamischen Raumverständnisses von Martina Löw. Sie versteht Räume nicht als etwas, das einfach schon vorhanden ist, sondern als etwas, das erst durch Menschen, ihre Beziehungen und ihr Handeln sowie durch die Bedeutungen entsteht, die sie Orten und Situationen geben (Löw, 2001, zitiert nach Deinet, 2018, S. 112).

Mit The Auntie Vi möchte ich deshalb genau so einen Raum schaffen: zum Teilen, Zuhören, Bestärken, Aufklären, Nachfragen und Weiterdenken. Einen Raum, in dem Erfahrungen sichtbar werden, Diskriminierung validiert wird und gemeinsam Handlungsmöglichkeiten entstehen können.

Schön, dass Du da bist 💜
Waiana